über Natalia Solomonoff

(von Graciela Paraskevaídis und Thomas Beimel)

 

"(...) Solomonoffs Beweggründe sind vielfältig, aber stets prägnant. Zum einen reflektiert sie die Geschichte Südamerikas von indigenen Ritualen bis zum Tango, zum andern die der deutschsprachigen und -fühlenden Welt von Schönberg bis zu den „Rauhnächten“. Ihre Musik ist eine Musik, die laut Nicolaus A. Huber „über Musik Auskunft gibt“. Aber die Auskunft über diese Musik kommt aus einem ganz bestimmten sozialgeschichtlichen Rahmen. Ihre brisanten Klangskulpturen stehen für eine andere Realität, über welche die Komponistin als Ohrenzeugin aussagt. Damit schlägt sie einen breiten Bogen vom Ästhetischen zum Politischen, vom Abstrakten zum Sinnlichen, vom Gesellschaftlichen zum Persönlichen."

Graciela Paraskevaídis:  "Niemand. Nur Spuren..."

Porträt der argentinischen Komponistin Natalia Solomonoff, in MusikTexte Nº 147, 2015, S.7

​https://musiktexte.de/MusikTexte-147

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​​"Breit fließt der gewaltige, schlammfarbene Paraná an Natalia Solomonoffs Heimatstadt Rosario vorbei. Und ähnlich kraftvoll und beharrlich ist ihre Musik; mit der Beschreibung eines Naturidylls hat sie aber nichts zu tun."

​"(...) Die 1968 geborene argentinische Komponistin führt in zweierlei Hinsicht die Impulse der südamerikanischen Avantgarde fort: Ihre Kompositionen vertrauen einerseits auf die unmittelbar sinnliche Wirkung raffinierter Klangkombinationen, andererseits begreift sie ihre kompositorische Arbeit ausdrücklich als Zeitzeugenschaft."

Thomas Beimel: Die argentinische Komponistin Natalia Solomonoff. ​Die Stille der abwesenden Vögel

(Deutschlandfunk, Sendung am 16/04/2016)

https://www.deutschlandfunk.de/die-argentinische-komponistin-natalia-solomonoff-die-stille.1990.de.html?dram:article_id=350715